Train World
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Sonderausstellung

Kunde: SNCB, Brüssel

Jahr: 2025

Museen und Ausstellungen

Die belgischen Eisenbahnen unter der Besatzung: zwischen Kollaboration und Widerstand

Die Sonderausstellung des Brüsseler Museums Train World beleuchtet die Rolle der Belgischen Eisenbahnen während der deutschen Besatzung von 1940 bis 1945. Grundlage ist eine wissenschaftliche Studie zur historischen Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels. Eindrücklich zeigt die Ausstellung das Spannungsfeld zwischen Kollaboration und Widerstand, in dem sich die Belgischen Eisenbahnen damals bewegten.

Die Gestaltung fügt sich sensibel in die bestehende Dauerausstellung ein und bleibt zugleich als eigenständiger, klarer Erzählraum erkennbar. Die Szenografie schafft einen würdevollen Rahmen für das anspruchsvolle Thema. Dokumentarische Stilistik trifft auf räumliches Storytelling: großformatige Bilder, prägnante Grafiken und sorgfältig inszenierte Originalexponate vermitteln die individuellen wie kollektiven Erfahrungen der Besatzungszeit.

Filme, Audiostationen und außergewöhnliche mediale Installationen vertiefen die Auseinandersetzung. Die sogenannten „Talking Heads“ holen zentrale Zeitzeuginnen eindrucksvoll in den Raum und geben ihren Perspektiven eine starke Präsenz.

Die Besucher*innen bewegen sich durch thematische Schichten: von den strukturellen Veränderungen unter der Besatzung über Deportationen und Zwangsarbeit bis hin zu Akten des Widerstands im Schienennetz. Die Gestaltung bleibt bewusst zurückhaltend, um den historischen Quellen, den Stimmen und dem dokumentarischen Material Raum zu geben.

So entsteht ein Ausstellungsort, der informiert, berührt und zu reflektierten Fragen über Verantwortung, Moral und Handlungsspielräume in extremen Zeiten einlädt.

Fotografien: © Stefan Schilling