Köln ist eine Stadt, die von Migration geprägt wurde. Seit Jahrzehnten kommen Menschen aus aller Welt hierher – sie arbeiten, lieben, streiten, feiern und gestalten diese Stadt. Das geplante Museum Selma soll ihren Geschichten endlich einen Ort geben. Einen Ort, der nicht nur dokumentiert, sondern berührt.
Ein Ort mit Geschichte. Für Geschichten, die noch erzählt werden wollen.
Im Rahmen eines Wettbewerbs hat facts and fiction gemeinsam mit der dänischen Architektin Dorte Mandrup und den beratenden Architekten und Ingenieuren Höhler+Partner ein Gesamtkonzept für das Museum Selma entwickelt: Architektur und Ausstellungskonzept aus einem Guss, gedacht vom Ort, getragen von einer starken Idee.
Der Entwurf nimmt den Industriestandort Kalk in seiner Ursprünglichkeit ernst. Die historischen Hallen werden nicht überformt, sondern als Hülle begriffen: Das Museum Selma wächst in den Bestand hinein, respektvoll und dennoch mit klarer Haltung. Das Tragwerkskonzept ist konsequent auf das vorhandene Budget ausgerichtet und schöpft dabei die gestalterischen Möglichkeiten des Ortes vollständig aus.
Ein Statement für einen Stadtteil im Aufbruch.
Was im Inneren passiert, strahlt nach außen. Der Entwurf versteht das Museum Selma nicht nur als kulturellen Inhalt, sondern als städtebaulichen Impuls: Als Leuchtturm für die weitere Entwicklung des Stadtteils Kalk soll es ein Zeichen für Offenheit und Vielheit setzen, und für eine Stadtgesellschaft, die ihre eigene Geschichte annimmt.
Der "Motor" – wie das neue Baukörperensemble im Konzept heißt – nimmt die Metapher des Ortes auf: Bewegung, Antrieb, Fortschritt. Migration als treibende Kraft einer postmigrantischen Gesellschaft wird hier architektonisch und szenografisch erlebbar.
Jede Geschichte zählt.
facts and fiction verantwortet das vollständige Ausstellungskonzept und die Szenografie. Die Besucher*innen beginnen ihre Reise im Teehaus am Eingang – einem Ort der Begegnung, bevor die eigentliche Ausstellung beginnt. Mit dem SelmaPhone erhalten sie ein smartes Begleitgerät, das Inhalte in der eigenen Sprache vermittelt, Augmented Reality ermöglicht und den Besuch individuell erfahrbar macht.
Der Ausstellungsrundgang führt durch eine vielschichtige Choreografie: Ein immersives Intro, eine Chronologie der deutschen Zeitgeschichte aus migrantischer Perspektive, Konzepträume zu Themen wie Liebe, Zwischenräume für Austausch und Partizipation und schließlich ein Outro, das nicht beschließt, sondern öffnet.
Viele Sprachen. Eine Gesellschaft.
Vom mehrsprachigen Willkommen im Foyer bis zu den biografischen Stationen in der Chronologie denkt das Konzept Diversität nicht als Zusatz, sondern als Grundprinzip. Die Geschichte der Einwanderungsgesellschaft wird nicht über Menschen erzählt – sie wird von ihnen erzählt.